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Konzertberichte
Alt 10.07.2008, 13:23   #1
puffel
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sehr gut
 
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Standard Konzertberichte

In diesem Thread darf man kleine bis große Berichte über seine Konzertbesuche schreiben und somit anderen den oder die Interpreten schmackhaft machen oder auch davon abraten. Nicht nur von der "Leistung" der Interpreten darf berichtet und darüber geurteilt werden, sondern z.B. auch über die Anfahrt und das Drumherum.

Ich fang sogar an

Samstag, den 05.07.2008 - Bochum - "Bochum Total"

Bochum Total gilt als das "größte, kostenlose Musikfestival Europas". Man muss also keinen Eintritt bezahlen und kann einfach hin. Die zahlreichen Fress- und Bierbuden sind demnach nicht gerade saubillig.

Das Festival ging von Donnerstag bis Sonntag, aber ich war nur am Samstag da, weil mir die Anreise von Duisburg ein bisschen zu teuer für mehrere davon war. Ein Gruppenticket vom Duisburg HBf zum Bochum HBf kostete 28 € und wir waren zu dritt. Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde.

Wir waren dann eine Stunde vor dem Auftritt der ersten Band da (16 Uhr) und sind deshlab einfach mal über das komplette Festivalgelände geschländert. Naja, Gelände is gut, es war eher ein abgesperrter Teil der Bochumer Innenstadt.
Es gab vier Bühnen auf denen parallel gepielt wurde. Also immer vier Bands zur selben Zeit und insgesamt waren es 16. Die Band, die als erstes und auf der ersten Bühne spielte hieß Pilot und spielten sowas wie experimantellen, sphärischen Indie-Pop-Rock mit deutschen Texten. Mir haben die sehr sehr gut gefallen, aber meinen beiden Kumpels gar nicht und darum sind wir nach zwei Songs gegangen.

Auf der größten Bühne des Festivals spielte zu dem Zeitpunkt eine schlechte Rockband, deren Namen ich nicht weiß. Die Sängerin sauste wie auf Speed über die Bühne und hampelte so herum, alsob sie versuchte einige Rock-Posen zu machen. Die Musik war wie gesagt schlecht. 0815-Rock, aber noch nicht einmal mit eingängigen Riffs. Von den Gesangsmelodien ganz zu schweigen. Ich tat mir immerhin fünf oder sechs Songs von ihnen an, bis ich meine Leute dazu zwang weiterzugehen.

Bei der dritten und kleinsten Bühne machten wir nur sehr kurz Halt. Zwei Typen standen darauf und machten Beatbox wozu eine Frau völlig unpassend und nervig hoch sang. Klang jedenfalls exotisch.

Dann kam auf der vierten Bühne die für mich drittbeste Band des Tages: Kim aus Bochum. Leider haben wir durch die Aufenthalte bei den anderen Bands viel von ihrem Auftritt verpasst. Ich beschreibe ihre Musik als Melodic Punk. Zwar 0815-Riffs, was ja normal für Punk ist, aber die waren kraftvoll und die Gesangsmelodien packend. Werd' die nachher mal bei Myspace, Youtube usw. suchen.

Auf Bühne 4 blieben wir dann bis die nächste Band kam: Jenson aus München. Die hörten sich genauso an wie Revolverheld, nur ohne ruhige Lieder. Immerhin machten sie eine tolle Show. Sehr unterhaltsam und extrem sympatisch, auch wenn mir die Musik ein wenig zu anspruchslos und die Texte zu plakativ und somit auch anspruchslos waren. Da wir ihren Auftritt komplett ansahen, verpassten wir die drei anderen Bands, die zugleich spielten komplett. War mir aber egal.

Danach spielte auf dieser Bühne eine "A capella-Metal"-Band namens Van Canto. Ja richtig, A capella-Metal. Die hatten lediglich einen "echten" Drummer. Der Bassist und die Gitarristen hatten nur ein Mirko in dass sie dann "döngel döngel dö deöngel..." grunzten, und somit den Sound der Gitarren imitierten. Für eingefleischte Metaller wahrscheinlich ein nettes Projektchen, aber nix für mich und zumindest einen meiner Gefährten.

Wir gingen dann wieder zu der Bühne auf der zuvor die schlechte 0815-Rock-Band spielte und wo um 20:45 Uhr die Donots als Tages-Headliner auftreten sollten. Als wir aber ankamen spielten gerade My Baby Wants To Eat Your Pussy...Der "Sänger" stach direkt ins Auge mit seinem freiem Oberkörper, langen dunklen Haaren und einem Slash-Gedächtnis-Zylinder aus rotem Plüsch
Die Musik ist nicht so einfach zu beschreiben. Progressives Gedudel, das ab und zu von Pseudo-Nu-Metal- oder auch Glam-Rock-Riffs unterbrochen wurde. Der "Gesang" variirte zwischen Lallen, Kreischen und Grunzen. Eine Struktur suchte man in den Liedern vergebens.
Zum Glück sahen wir nur die letzten drei Songs.

Dann begann das Warten auf die Donots, welches wir uns mit dem Nachvornekämpfen durch die Masse verkürzten. Nach den ersten beiden Songs, die von dem neuen Album stammten, welches ich als einziges noch nicht habe, gingen wir pogen. Vom Rest des Konzertes habe ich also nicht mehr sooo viel mitbekommen. Ich kann aber sagen, dass die Donots live sehr sehr gut sind. Der Sound kam super rüber und es wurde auch mit dem Publikum interagiert. Insgesamt ein tolles Erlebnis.

Durchgeschwitzt, blutbespritzt und mit schmerzenden Füßen kam ich dann um 23 Uhr zuhause an.

Ich freue mich schon auf eure Konzertberichte.
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